Couragierte Zeitzeugin unterwegs – Frau Anna Hackl (4. Klassen)

Couragierte Zeitzeugin unterwegs – Frau Anna Hackl (4. Klassen)

Am 5. Mai 2017 hatten wir Schüler/innen der 4.Klassen die Gelegenheit Frau Anna Hackl (geb. Langthaler), Zeitzeugin der „Mühlviertler Hasenjagd“, persönlich kennen zu lernen und ihren ergreifenden Erzählungen über ihr Leben in der NS Zeit im Umfeld des KZ Mauthausen zu folgen.

      

 

Es war die Nacht vom 1. zum 2. Februar 1945 als ca. 500 sowjetische Häftlinge des Blocks 20 (Vernichtungsblock), die von den Nazis ermordet werden sollten, einen Ausbruch aus dem KZ Mauthausen wagten. Der Ausbruch, den nur wenige überlebten, ging in die Geschichte als „Mühlviertler Hasenjagd“ ein, da die Häftlinge unter Beteiligung der ortsansässigen Bevölkerung gejagt und getötet wurden wie „Hasen“.

Familie Langthaler_pdf

URL: http://dmko.de/wp-content/uploads/2012/11/4.9-Anna-Hackl.pdf (Stand: 04.06.2015)

Hasenjagd_bm

URL: http://www.bmi.gv.at/cms/ BMI_ OeffentlicheSicherheit/2005/ 03_04/ files/9_030405.pdf (Stand: 04.06.2015)

 

Maria Lichtmess

URL: http://www.antifa-info.at/archiv/lichtmess.pdf (Stand: 04.06.2015)

 

Am 3. Februar 1945 klopfte Michail Rybtschinskij an die Haustüre der Familie Langthaler in Schwertberg und bat in gebrochenem Deutsch und völlig entkräftet um Essen. Mutter, Maria Langthaler, antwortete: „Komm herein, du armer Teufel, ich weiß ja, wer du bist. – Du wirst auch eine Mutter haben, die auf dich wartet.“

Michail gab nach mehrmaligem Nachfragen zu, dass sich auf dem Heuboden sein Kamerad Nikolai Zimkolo versteckt hielt und bat auch für diesen um Essen. Danach wurden die beiden ein paar Tage auf dem Heuboden versteckt, später auf dem Hausboden.

Einen Tag später, auf dem Weg zur Frühmesse, kam der Familie ein Trupp der SS mit Spürhunden entgegen. Anna, damals 14 Jahre alt, wurde zu ihrer Schwester Maria zurück zum Haus geschickt, um die Flüchtlinge besser zu verstecken. Die gesamte Familie stand Todesängste aus, doch wundersamer Weise schlugen die Spürhunde nicht an.

Die beiden Häftlinge Michail Rybtschinskij und Nikolai Zimkolo wurden von den Langthalers unter ständiger persönlicher Todesgefahr mehrere Monate bis zum Ende des Krieges im Haus versteckt.

Letztendlich siegte so die Menschlichkeit über ein wahnsinniges System!

Uns Schülerinnen und Schülern gab Frau Hackl folgende Worte mit auf den Weg:

„Seid vorsichtig! Seid vernünftig! – An euch liegt es, dass so etwas nicht mehr geschieht!”